Gesundheit

In unserem Mund tummeln sich über 600 verschiedene Bakterienarten.

Einige davon können zur Gefahr für die Gesundheit werden: Mangelnde Mundhygiene begünstigt nicht nur eine Parodontitis (Entzündung des Zahnbetts), sondern auch Allgemeinerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Probleme, Atemwegserkrankungen, Diabetes und Gelenkentzündungen. Ausserdem erhöht eine schlechte Mundhygiene die Gefahr einer Frühgeburt.

Deshalb gilt:

Nach jeder Mahlzeit Zähne und Zahnzwischenräume reinigen, eine Fluoridzahnpasta verwenden und auf eine zucker- und säurearme Ernährung achten. Auch regelmäßige Kontrollen beim zahnärztlichen Team tragen zur Gesundheit von Mund und Körper bei.

Eine Parodontitis (Zahnbettentzündung) erhöht das Risiko für Gefässveränderungen. Damit steigt die Gefahr von lebensbedrohlichen Herz- und Kreislaufproblemen. Schuld daran sind erhöhte Entzündungswerte im Blut. Über die Blutbahn können Parodontitis-Bakterien und ihre Entzündungsbotenstoffe im ganzen Körper zirkulieren. Sie können Gefässe verengen und so bewirken, dass die Durchblutung gestört und Arterien verstopft werden. Das Blut verklumpt und gerinnt schneller. Dadurch steigt das Risiko für einen Herzinfarkt. Mit einer schweren Parodontitis erhöht sich auch die Gefahr eines Schlaganfalls um das Zwei- bis Dreifache. Dies ist vor allem bei Männern über 60 Jahren der Fall.

Neben Parodontitis-Bakterien können auch andere Krankheitserreger über die Mundschleimhaut ins Blut gelangen. Dieser Prozess wird Bakteriämie genannt und ist die Hauptursache für Entzündungen der Herzinnenhaut (Endokarditis).

Mundpflege senkt das Risiko

Eine sorgfältige Karies- und Parodontitis-Prophylaxe kann verhindern, dass aggressive Bakterien über die Mundschleimhaut in den Blutkreislauf gelangen: Täglich mit einer Zahnbürste und fluoridierter Zahnpasta die Bakterienbeläge auf den Zähnen entfernen, auf eine zucker- und säurearme Ernährung achten und allenfalls eine antibakterielle Mundspülung verwenden, um das Plaque-Wachstum zusätzlich zu hemmen.

Patienten mit Herzfehlern sollten das zahnmedizinische Praxisteam über die Erkrankung in Kenntnis setzen.

Risiko einer Frühgeburt

Eine Parodontitis (Zahnbettentzündung) bei einer Schwangeren erhöht das Risiko, dass ihr Kind vor der 37. Schwangerschaftswoche und/oder mit einem Geburtsgewicht unter 2500 Gramm auf die Welt kommt. Zahlreiche Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen Parodontitis und einer Frühgeburt bei zu niedrigem Geburtsgewicht (PLBW: pre-term low birth weight). Wie eine Parodontits genau zum Risikofaktor für eine Frühgeburt wird, ist umstritten. Es gibt zwei Erklärungsversuche: Bakterien aus dem Mund könnten einen vorzeitigen Blasensprung und Wehen auslösen, oder die Parodontitis-Bakterien hemmen das Wachstum des Fötus.

Mundpflege in der Schwangerschaft

Schwangere haben ein erhöhtes Risiko für Gingivitis (Zahnfleischentzündung) und Parodontitis. Durch die Hormonveränderungen während der Schwangerschaft wird das Zahnfleisch empfindlicher und reagiert schneller auf äussere Reize als vorher – Bakterien aus den Zahnbelägen irritieren das Zahnfleisch stärker und schneller als sonst.
Umso wichtiger ist eine sorgfältige Prophylaxe: Täglich mit einer Zahnbürste und fluoridierter Zahnpasta die Bakterienbeläge auf den Zähnen entfernen, auf eine zucker- und säurearme Ernährung achten und allenfalls eine antibakterielle Mundspülung verwenden, um das Plaque-Wachstum zusätzlich zu hemmen.

Um die Risiken für das ungeborene Kind möglichst gering zu halten, lohnt sich ein Kontrollbesuch in der Dentalhygiene- oder Zahnarztpraxis. Da während der Schwangerschaft keine Röntgenbilder gemacht werden sollten, ist es ideal, wenn Frauen mit einem Kinderwunsch bereits vor der Schwangerschaft einen Zahnarzt oder eine Dentalhygienikerin aufsuchen.

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